Aquarell

Sgraffito-Aquarell

Mit der Sgraffito-Aquarell Technik stelle ich eine besonders aussergewöhnliche Aquarelltechnik vor, die sich von allen herkömmlichen Malweisen abhebt und sehr individuelle Ergebnisse ermöglicht. Die Technik kann alleine oder partitiell angewendet werden und macht Lust auf neue Motive.


Aquarellfarbe mit dem Spachtel auftragen


Wörtlich genommen bedeutet Sgraffito kratzen. In dieser Technik wird die Farbe nicht mit dem Pinsel aufgetragen, sondern mit einem Spachtel oder einem vergleichbaren Werkzeug. Durch das Verschieben der Farbe auf dem Malgrund entstehen Effekte und Strukturen, die natürlich, aber auch abstrakt erscheinen können.

Mit einem Mal- oder Palettenmesser die Aquarellfarbe aufzutragen ist ungewöhnlich, kann aber dennoch zu einem sehr individuellen Stil beitragen. Denn die Effekte unterscheiden sich deutlich vom Malstrich mit einem Pinsel. Schon recht früh zu beginn der Aquarellmalerei verwendete man allerei Werkzeuge, wie Holzstückchen, Messer oder aber auch die Fingernägel, um spezielle Effekte in einem Bild zu erzeugen.

Das ausschließliche Malen mit einem Spachtel wurde erst in der 1970 Jahren modern und bis heute verwendet.




Die Technik eignet sich sehr gut, um besondere Effekte, wie Bäume, Felsstrukturen, Wolken oder Farbstrukturen in Lasuren zu erzeugen. Die Möglichkeiten sind mannigfaltig und können mit etwas Erfahrung wirkungsvoll in die Bildkomposition einfließen. In meinem Beispielen wurde der Pinsel durch den Spachtel ersetzt, dadurch entsteht eine vollkommen neue Interpretation der Aquarellmalerei. Sie ist nicht mehr zart und transparent, fließend, sondern strukturiert, kräftig, sowie direkt. Die Malweise verändert den Farbauftrag und somit auch die Wirkung auf den Betrachter. Mit dem Malmesser kann man sowohl dünne, als auch dicke Striche ziehen, mit der breiten Seite lassen sich schnell Strukturen erzeugen.



Striche ziehen mit einem Malmesser Mit dem Malmesser kann man sowohl dünne, als auch dicke Striche ziehen.


Ähnlich wie mit dem Pinsel, sollte auch beim Arbeiten mit dem Spachtel die richte Konsistenz der Farbe eingestellt sein. Die Verdünnung muss genau gesteuert werden, deshalb eignen sich Farben aus den Näpfchen weniger. Besser sind Tubenfarben, die man schnell und einfach in die gewünschte Verdünnung bringen kann. Die Konsistenz der Farbe muss man austesten. Ich habe einige Tests machen müssen, bevor ich die richtige Verdünnung heraus hatte. Deshalb rate ich zu einigen Testbildern, um die Eigenschaften Malmesser – Farbe – Verdünnung mit Wasser herauszufinden. Ich versichere Ihnen, nach einigen Versuchen haben Sie die richtige Mischung heraus.

Noch ein Wort zum Papier! Die Sgraffito-Technik beansprucht durch den Spachtel das Papier. Weiche und zu dünne Qualitäten werden zerkratzt oder es entstehen Krümel, die zu Farbflecken führen. Ich arbeite auf matten oder satinierten Papieren mit einem Flächengewicht von mindestens 300 Gramm.

Angetrocknete Farbe lässt sich mit etwas Wasser wieder anlösen und erneut auf der Oberfläche verschieben. Aber man sollte es nicht übertreiben, sonst kann die Oberfläche des Papiers in Mitleidenschaft gezogen werden.


Mit dem Spachtels Strukturen erzeugen


Stepbeispiel - Alte Frau

Das Stepbeispiel soll zeigen, wie aussergewöhnlcie Strukturen mit der Sgraffito-Technik und Aquarellfarbe möglich sind.



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