Rötel

Traditionell und doch modern

Neben der Zeichenkohle ist Rötel das älteste Zeichenwerkzeug überhaupt, ein Klassiker der Kunstgeschichte und dabei überaus zeitgemäß. Ich bin überzeugt, dass Sie im Laufe dieses Kurses den Rötel lieben lernen. Am Anfang allerdings stehen die Grundlagen. Ebenso wichtig wie das richtige Material – im Grunde nur Papier, Rötelstift und Knetgummi – ist der richtige Umgang damit. Strichführung und Verwischen oder beides in einer Zeichnung: Wie Sie die Techniken richtig einsetzen, möchte ich Ihnen mit diesem Lernkurs zum Selbststudium vermitteln.
Das Zeichnen mit Rötel ist nicht an eine bestimmte Technik gebunden. Ich will Ihnen in der Hauptsache meine Technik demonstrieren, die in der Tradition der englischen Präraffaeliten steht. Für meinen Kurs habe ich sie deutlich vereinfacht. So können Sie auch ohne Vorkenntnisse Ihre ersten Zeichenversuche wagen. Sie lernen dabei drei verschiedene Anwendungen kennen, mit denen einzeln oder zusammen wunderbare Rötelzeichnungen entstehen, und können nach Kursende entscheiden, in welche Richtung Sie sich weiter vertiefen.

Rost und Rötel
Die rostfarbenen Pigmente des Rötels sind genau das: Rost, also Eisenoxid in Form von Hämatit und damit die mineralische Verbindung von Eisen und dem Sauerstoff der Luft. Das rötlich eingefärbte, weiche Gestein nannten Bergleute auch Blutstein. Dank seines natürlichen Vorkommens und seines kräftigen Abriebs ist Rötel neben der Kohle das älteste Zeichenwerkzeug der Welt. Schon die altsteinzeitlichen Künstler schufen damit vor 30.000 Jahren ihre fantastischen Höhlenzeichnungen in Altamira und Lasceaux. Die Umrisse zeichneten sie direkt mit dem Rötelstein; für die Flächen wurde der Stein fein zermahlen, mit Wasser angerührt und feucht auf die Wände aufgetragen, bisweilen auch – vermutlich mit dem Mund – aufgesprüht.

Skizzen, Studien, Werke
Als Zeichenstift wurde Rötel erst in der Renaissance von Künstlern wie Leonardo da Vinci und Michelangelo für Skizzen, Studien und Vorzeichnungen für Gemälde und Fresken eingesetzt. Doch zu neuem Ansehen und zur Perfektion brachten den Rötel erst die englischen Präraffaeliten, also Vor-Raffaeliten. So nannten sich diese Künstler des 19. Jahrhunderts, die sich am Malstil vor („prä“) dem berühmten Maler Raffael (1483–1520) orientierten und dessen „akademische“ Malweise ablehnten.


Rötelzeichnung auf getöntem Malgrund


Rötelstaub für Lichtstimmungen

Für meine Aktskizzen mit Rötel benutze ich feinen Rötelstaub. Ich verwische den Staub mit dem Pastellpinsel und erzeuge damit transparente tonige Flächen, aber auch satte dichte Tönungen. Eine wichtige Rolle bei dieser
Technik spielt der Farbton des Papiers. Das weiche Rot darf zum einen nicht zu kräftig erscheinen und zum anderen nicht zu weich und transparent. Deshalb verwende ich auch hier Papiere mit gelblichen Tönungen, die zwischen einem hellen Ocker bis hin zu einem weichen zurückgenommenen Grauton. Mit der gezeigten Technik und einem getönten Papier kann man auch ohne Farbe schnell und einfach beeindruckende Zeichnungen herstellen.



Rötel und Pastellpinsel

Mit verwischbaren Kreiden und dem Pastellpinsel wird das Modellieren zum Vergnügen; selbst bei einer anspruchsvollen Pose wie hier. Franz-Josef Bettag arbeitet mit Rötel und zeigt auch im Video, wie einfach das geht. Für seine Aktzeichnungen ist Rötel durch die effektvollen Farbverläufe interessant, die sich mit dem Pastellpinsel wunderbar einfach erzielen lassen. Obwohl monochrom, erhält der rötliche Farbton auf einem getönten hellen Papier eine farbige Anmutung.

>> Video - Rötel und Pastellpinsel
>> Video - Porträtskizze mit Rötel und dem DuoPastello-Pinsel




Der Zeichenkurs zum Selbststudium

Buch Softcover und DVD mit e Book

Tauchen Sie ein in die Welt der Rötelzeichnung und lernen Sie zeichnen wie die alten Meister. Neben der Zeichen­kohle ist Rötel das älteste Zeichenwerkzeug überhaupt, ein Klassiker der Kunstgeschichte und dabei überaus zeitgemäß. Das Zeichnen mit Rötel ist nicht an eine bestimmte Technik gebunden. Franz-Josef Bettag demonstriert dem Leser in der Hauptsache seine Technik, die in der Tradition der englischen Präraffaeliten steht. Für seinen Kurs hatt er sie deutlich vereinfacht. So kann man auch ohne Vorkenntnisse seine ersten Zeichenversuche wagen. Der Leser lernt dabei drei verschiedene Anwendungen kennen, mit denen einzeln oder zusammen wunderbare Rötelzeichnungen entstehen. Am Anfang allerdings stehen die Grundlagen. Ebenso wichtig wie das richtige Material – im Grunde nur Papier, Rötelstift und Knetgummi – ist der richtige Umgang damit. Strichführung und Verwischen oder beides in einer Zeichnung: Wie Sie die Techniken richtig einsetzen, vermittelt der Autor mit diesem Lernkurs zum Selbststudium.

Das Buch kann eigenständig verwendet werden, dient aber auch als Ergänzung zum Lernprogramm mit e-Book und den Videos auf der DVD.

Einfach erlernbare Technik
Keine Vorkenntnisse erforderlich
Die wichtigsten Grundlagen und Materialien bieten die sichere Ausgangsbasis
7 Schritt für Schritt Übungen
Galerie mit Motivbeispielen

Artisto Verlag, ISBN 978-3-945591-12-3

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Leseprobe eBook

Lernprogramm Buch, e-Book und Video-DVD


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